23. Februar 2009

Sterntaler

Heute gibt es einen Link passend zur aktuellen Uhrzeit. Wer beim Fasching (oder bei Gegenveranstaltungen) noch zu später Stunde durch die Weltgeschichte wankt, kann meist Sterne erkennen. Entweder aufgrund des Blutalkohols oder weil der Himmel gerade nicht bewölkt ist.
Sicherlich kennen von euch Projekte wie SETI@home, bei dem man Rechnerkapazität für die Astronomie bereit stellen kann. Einziger Nachteil: Wenn der übertaktete Quadcore den halben Tag mit voller Auslastung läuft, freuen sich auch die Stromanbieter.

Das Galaxy Zoo Projekt will aber keine Rechenkapazitäten für irgendwelche kryptischen Berechnungen sondern hofft auf Mithilfe von Hobbyastronomen und anderen Himmelsguckern. Das funktioniert so:
Viele Teleskope fotografieren Teile des Weltalls. Auf den Aufnahmen findet man natürlich alles mögliche - Galaxien, Sterne, Spionagesatelliten usw. Die Klassifizierung und Sortierung der ganzen Himmelskörper ist aber sehr aufwändig und selbst mithilfe von Software nur bedingt möglich. Wer mitmachen möchte, bekommt Bilder zu sehen und kann anhand von Fragen mit wenigen Mausklicks das zu sehende Objekt "klassifizieren". Lange Rede, kurzer Sinn - probiert es doch mal aus: http://www.galaxyzoo.org/classify

Nach einigen Versuchen wird man feststellen, dass die Entscheidungen nicht immer einfach sind. Das Tutorial gibt einige Beispiele und erleichtert den Einstieg:
http://www.galaxyzoo.org/how_to_take_part

Wer jetzt Angst bekommt und meint: "Wenn ich da was falsch mache, hat das doch sicherlich schlimme Auswirkungen. Nee... das lass ich lieber mal" - Die Einschätzungen der User werden durch mehrfache Abfragen durch verschiedene User gegengetestet und von professionellen Astronomen überprüft.

Ich habe mich angemeldet und nutze die Website als kleine Ablenkung für Zwischendurch. Unter einigen Bildern gab es auch schon sehr interessante Galaxien zu sehen.

Kommentare:

Trony hat gesagt…

Nicht schlecht gemacht, diese anderen die Arbeit aufhalsen Dings. Aber wenn das im Nachhinein wieder überprüft werden muss haben die doch nicht viel gewonnen, oder seh ich das falsch?!

Brater hat gesagt…

Naja, so wie ich es jetzt durch Lesen im Forum herausgefunden habe ist es so: wenn du die Galaxie als einfach unidentifizierbaren Haufen einstufst, dann ist es erst einmal so. Ich würde sagen, als Normalmensch sieht man "eher zu wenig" als "zu viel".
Interessant wirds erst, wenn du beispielsweise Spiralarme erkennst. Angenommen du siehst als einziger von 10 Leuten, die das Bild bekommen, diese Arme, sind vielleicht doch keine Arme da. Identifizieren aber 6 weitere Leute auch diese Arme, wird schon was Wahres dran sein. Außerdem hat man manchmal die Aufgabe aus 2 Bildern eines auszuwählen und zu sagen: da sind die Spiralarme deutlicher sichtbar oder dort. Das nennt sich dann "Galaxy Wars". Ich hatte auch schon Bilder gehabt, wo ich NICHTS erkannt habe oder wo ich erst nach 5 Min mit Bildschirm an der Nase mit viel Phantasie irgendwas Verdrehtes gesehen habe (Hinweis: nicht alle Galaxien haben Spiralarme).
Man versteht (finde ich) die Fragen auch besser, wenn man weiß, welche Arten von Galaxien es gibt. Hier eine recht ausführliche Seite dazu (schon die Bilder hatten viel Aussagekraft):
http://www.drfreund.net/astronomy_galaxies.htm

Klar funktioniert das Projekt auch nur durch Vertrauen - ähnlich wie Wikipedia. Man kann nicht alles kontrollieren. Die an den Beitrag angefügten Beispiele sind aber (finde ich) recht gut erkennbar.